Gastbeitrag zur Umstellung der Ladelogik im VW Grand California
In diesem sehr ausführlichen Bericht, erklärt euch unser Kunde Joachim, wie er im VW Grand California die Ladelogik der VW Lichtmaschine auf “Lithium-Ionen” umgestellt hat und worauf dabei zu achten ist. Joachim hat in seinem VW Grand California unsere Supervolt SX 180 P mit (180 Ah) verbaut.
Inhaltsverzeichnis
Hinweis
Wir empfehlen beim Grand California unsere Supervolt Ultra – 12,8V 150Ah High Power LiFePO4 Hochleistungsbatterie mit Bluetooth, Heizung und integriertem Balancer. Diese verfügt über keine RJ45-Ports und hat einen IP65 Schutz. Hier kann somit eine 100 Prozentige Wasserdichtigkeit gewährleistet werden. Bei weiteren Fragen, könnt ihr euch gerne an unseren technischen Support wenden:
Umstellung der Ladelogik der VW Lichtmaschine auf „Lithium-Ionen“ mit Hilfe der VCDS Software und OBD.Dongle
[Sowie (siehe letzte Seite) mit Hilfe von CarScannerPro App und VeePeak dongle]
Bei einem Einbau einer Li-Ionen-Batterie in meinen Crafter/Grand-Galifornia, wird von Supervolt
ein Ladegerät empfohlen, das mit 30 oder 60 A und der richtigen Spannung die Li-Ionenbatterie
unabhängig von der Ladelogik des Fahrzeuges lädt.
Die Lichtmaschine des Crafters lädt in der Werkseinstellung, so heißt es, mit bis zu 200 A und mit einer etwas höheren Spannung (passend für Bleibatterien) als für die Lithium-Batterie empfohlen. Als Alternative zur Zwischenschaltung eines spezialisierten Ladegerätes kommt auch eine Umstellung der VW-Lichtmaschine auf Batterietyp „Lithium-Ionen“ in Frage [laut Internetforen].
Ich habe diese Anpassung der Ladelogik der Lichtmaschine bei meinem Grand California Model 2024 (Model vor dem Mitte 2024 erfolgtem Facelift) durchgeführt. Diese Umstellung der Ladelogik der VW-Lichtmaschine ist über den OBD-Stecker im Fahrzeug möglich.
Es gibt viele Verbindungsdongles und Software für den OBD-Stecker.
Hier berichte ich über meine Erfahrung mit dem VCDS-Stecker und dem VCDS-Windows
Programm auf dem Laptop. Dies ist nicht die preiswerteste Lösung (siehe unten Anmerkungen zur
CarScanner App)!
Man muss das VCDS-Dongle [„VCDS Diagnosetool Interface (USB) für VW, Audi, Seat und Skoda Fahrzeuge“] kaufen inklusive einer Lizenz z.B. mindestens für 3 VW-Konzern-Fahrzeuge, ca. €300 kostet:
https://www.vcds-shop.de/ross-tech-vcds-hex-v2-hobby-3er-limit/?c=540
[Es gibt auch eine Funk-Version (Wlan?) als VCDS-Dongle, die aber teurer ist.
Damit habe ich keine Erfahrung.]
Dann installiert man die aktuellste Version der kostenlosen VCDS Software für Windows auf dem
Laptop.
https://www.vcds-shop.de/vcds-download/
Man muss sich registrieren, um die Software freizuschalten.
Dann:
- Dongle einstecken in OBD Stecker des Fahrzeugs und in USB Port des Laptops.
- Motorhaube entriegeln (muss nicht komplett geöffnet werden) sonst klappen die Schreibvorgänge nicht (dies soll wohl ein Hacker-Schutz sein).
- Zündung einschalten [nicht Motor!],
- (manchmal liest man auch:) "zusätzlich Handbremse anziehen". Ich habe nicht probiert, ohne angezogene Handbremse Veränderungen zu speichern.
CDS Software auf dem Laptop starten.
Zunächst unter „Einstellungen“ den Verbindungstest vornehmen.
Bild 9:
WICHTIG: Wenn man nun den Motor startet, wird die Lithium-Batterie NICHT sogleich geladen!
Nur wenn man den Batterie-Ladeknopf drückt (Bild 9 links) liefert die Lichtmaschine Ladestrom
für die Lithium-Ionen Aufbaubatterie und lädt sie bis 100%.
Dies liegt daran, dass die Lithium-Batterie, anders als eine Bleibatterie, wenn sie z.B. halb oder 3/4
leer ist, keinen Spannungsabfall zeigt. Die VW Lichtmaschine „weiß“ also (anders als bei der Blei
Batterie) nicht, dass die Lithium Batterie halb leer ist, somit lädt die Lichtmaschine die
Lithiumbatterie nicht, und schon gar nicht 100% voll. Mit gedrücktem Batterielade-Schalter werden
sowohl Blei- als auch Lithium-Aufbaubatterien voll geladen.
Ich schalte auch immer die Start-Stopp Automatik „(A)OFF“ für den Motor aus (Bild 9 rechts),
wenn die Batterie noch nicht voll geladen ist, denn es erscheint mir nicht sinnvoll, an jeder Ampel
den Batterieladevorgang zu unterbrechen.
Meine Beobachtungen
NACH DER ANPASSUNG DER VW-LICHTMASCHINE AUF LITHIUM-LADELOGIK:
Ich habe den Ladestrom im Leerlauf und bei der Fahrt wiederholt in der Supervolt-Batterie-App bei
meiner Supervolt SX 180 P mit (180 Ah) überprüft und bei einer halbvollen Batterie einen
Ladestrom von ca. 60-77 A, einmalig auch 82 A gesehen, bei einer Spannungen von 13,29V,
13,61V, 13,52V, 13,34V. Dies gilt als verträglich für die Batterie. Ich habe allerdings nicht getestet,
ob das BMS der Batterie ohne vorherige Umstellung der Ladelogik der VW-Lichtmaschine mit
höheren Amperewerten laden würde oder ob das BMS (Batterie Management System) der Batterie
ohnehin den Ladestrom runterregulieren würde.
Der beobachtete Ladestrom bis zu 82 Ampere ist also doch einiges höher als die empfohlenen 50
Ampere aber angesichts der Batteriekapazität von 180 Ah, ist dies laut Herrn Bauer von Supervolt
o.k., da bis zur Hälfte der Kapazität (180/2=90) als Ladestrom akzeptabel sei.
Wenn man eine kleinere Lithium-Ionen Batterie einbaut, z.B. 100Ah, sollte man überprüfen und
ggf. mit Herrn Bauer von Supervolt besprechen, ob nicht trotz der Lithium-Ionen-Einstellung der
Ladelogik der VW-Lichtmaschine ein zu hoher Ladestrom (z.B. 100A) oder eine zu hohe
Ladespannung angeboten wird. Dann wäre der Einbau eines Laade-Boosters als Kontrollinstanz für
eine evtl. übereifrige Lichtmaschine, wie von Herrn Bauer empfohlen, die sicherere Variante.
Manche „Experten“ in Internetforen vermuten, dass eine höheres Ampere-Angebot und/oder eine
höhere Spannung als für Lithium-Batterien vorgesehen, die das BMS der Batterie erst
herunterregeln muss, um Schaden von den Batteriezellen abzuwenden, das BMS auf Dauer
schädigen.
Verständnisfragen
Es leuchtet mir spontan ein, dass eine zu hohe Spannung für die Lithium-Batterie beim Laden schädlich sein kann. Aber: Wie kann es sein, dass ein hohes Ampere-ANGEBOT von der Lichtmaschine schädlich sein könnte? Mein LED-Birnchen im 220V-Haushalt holt sich doch aus der 220V-Steckdose auch nur ganz wenige Milliampere, obwohl die Haushaltssteckdose bis 16 Ampere anbietet?
Als Laie auf dem Gebiet für „12V Lithium-Batterieladung“ habe ich mir Folgendes „zusammengereimt“: Die Lithium-Batterie hat [im Gegensatz zu meinem LED Birnchen mit Vorschaltgerät im Haushalt] einen sehr niedrigen inneren Widerstand. Daher würde (ohne das BMS der Li-Batterie) tatsächlich das volle Angebot der VW Lichtmaschine von bis zu 200 A durch die Li-Batterie fließen.
Als idealer Ladestrom für meine Li-Batterie (Supervolt 180 Ah Polar) gilt laut Bedienungsanleitung 50 A. Das BMS müsste also bei Werkszustand der Lichtmaschine (eingestellt für Blei AGM „Vlies“ Batterie) die angebotene Spannung und die Ladeleistung der Lichtmaschine kräftig drosseln von 200A Angebot auf z.B. 50A. Nach der Umstellung der Ladelogik der VW-Lichtmaschine auf den Lithium-Batterie-Lademodus werden vermutlich weniger Ampere (vermutlich ca. 100 Ampere im Lithium-Modus) „angeboten“. Ich habe allerdings keine Informationen „ab Werk“ gefunden, mit welchem „Ampere-Angebot“ und mit welchen Ladespannungen die Lichtmaschine nach der Umstellung auf Lithium-Batterie-Lademodus arbeitet.
Ich frage mich, ob spezialisierte Ladegeräte für Lithium Batterien z.B. von Supervolt oder von Victron doch besser sind. Zumindest sind die Ladeparameter für mich klarer zu erkennen und auch einstellbar. In der Victron-App kann man z.B. den Ladestrom in Ampere genau so einstellen, wie für die jeweils vorhandene Batterie empfohlen, bei meiner Batterie z.B. 50 Ampere. Gerade für kleinere Li-Ionen Batterien, z.B. 100 Ah würde ich in der Supervolt App genau überwachen, ob mehr als 50A Ladestrom gemeldet werden. Auch mit der Supervolt App kann man aber nicht unterscheiden, ob die Drosselung des Ladestroms auf <50A nun auf der Litiiumladelogik der VW-Lichtmaschine oder auf Dauerbeanspruchung des BMS der Batterie beruht.
Fazit
JA: man kann die VW Lichtmaschine umstellen auf Litiom-Ionen-Ladelogik
Aber: mir ist nicht bekannt, und ich kann es nicht überprüfen, was diese Umstellung im Hinblick auf Spannungs- und Ampere-Angebot bedeutet. Bei kleineren Li-Batterien (z.B. 100Ah) schafft ein separates Ladegerät /Supervolt oder Victron) klarer definierte und damit sicherere Verhältnisse.
Anhang
Anmerkungen zu verschiedenen OBD-Dongles und Apps und Kosten
Die Anschaffung des teureren VCDS-Dongle ist nur sinnvoll, wenn man noch andere Parameter des VW-Fahrzeugs außer der Umstellung auf Lithium-Batterie anpassen will, z.B. Empfindlichkeit des Spurhalteassistenten etc. Ich habe den Eindruck, dass VCDS die meisten Einstellungsmöglichkeiten bietet, habe aber selbst keinen Vergleich mit anderen dongles oder Programmen vorgenommen.
Viele andere Anbieter funktionieren mit bluetooth Dongle und z.T. kostenpflichtiger Handy App, so z.B. OBD11 oder Veepeak Dongle mit „CarScanner“-App. Die Bedienung ist oft einfacher als mit VCDS und, wie gesagt, preiswerter.
"Eine Alternative zur VCDS Methode"
Lithium-Ionen Ladecharakteristik für Grand California / Crafter mit der App
Car ScannerPro und dem Dongle Veepeak OBD umschalten:
Diese Kombination aus Dongle und CarScanner App ist mit <60€ deutlich preiswerter als die Verwendung der VCDS Software mit einem VCDS kompatiblen Dongle ca. 300 € und auch preiswerter als ein spezielles Ladegerät für die Lithium-Batterie zu kaufen.
CarScanner App pro im google play store, Sept. 2024: €5,99 plus Bluetooth Dongle:
Veepeak OBDCheck BLE+ Bluetooth OBD II EOBD (Sept 2024 €45,98 bei Amazon.de)
https://www.amazon.de/Veepeak-OBD
Eine Anleitung zur Umstellung der Grand California Lichtmaschine auf Lithium-Ladelogik mit Hilfe der Handy-App „CarScanner pro“ ist z.B. auf YouTube abzurufen:
https://www.youtube.com/watch?v=evAH-nEmzow
Laut dieser youtube-Anleitung:
Car Scanner-Pro App starten -> Codierung&Service [Warnung: Ja, ich stimme zu] -> Batterie -> Batterietechnologie -> Li-Ion anwählen, !fertig!.
[Anm: Ich habe die Umstellung auf Li-Ionen-Ladelogik mit Car ScannerPro nicht ausprobiert. Wenn die Speicherung der neuen Einstellung nicht funktioniert evtl. dies probieren: Motorhaube öffnen und Zündung (nicht Motor) einschalten, Handbremse anziehen (dies ist zumindest bei Verwendung des VCDS-Dongles und Programms nötig, wird in obigem Youtube-Video nicht erwähnt.]
Viel Erfolg und Freude an der Nutzung von Lithium-Ionen Batterie im Grand California
Joachim
Danksagung
An dieser Stelle bedanken wir uns vielmals bei unserem Kunden Joachim für den sehr gut beschriebenen und ehrlichen Bericht! Wir hoffen mit der Veröffentlichung dieser Anleitung bei der Umstellung der VW Lichtmaschine auf „Lithium-Ionen“ auf Lithium helfen zu können.
Mit der neuen Batterie steht dem nächsten Urlaub nun nichts mehr im Wege, wir wünschen allzeits gute Fahrt und unvergessliche Reisen.
Wenn Sie ebenfalls vor haben Ihr Fahrzeug selbst umzubauen, schreiben Sie uns gerne an ([email protected]). Für einen Bericht geben wir Ihnen gerne einen Rabatt auf den Kauf Ihrer Batterie.
Supervolt LiFePO4 Batterien und Zubehör
In unserem Shop findet ihr die komplette Auswahl an LiFePO4-Batterien – optimal geeignet für Wohnmobile, Boote oder Solaranlagen. Durch ihre Vielseitigkeit lassen sich unsere Batterien zuverlässig in unterschiedlichsten Anwendungen einsetzen.
Passendes Einbauzubehör wie Solarregler, Ladebooster oder Wechselrichter bekommt ihr natürlich ebenfalls direkt bei uns – für ein perfekt abgestimmtes System aus einer Hand.



9 Kommentare zu „VW Grand California: Umstellung der Ladelogik der VW Lichtmaschine auf „Lithium-Ionen““
Hallo,
schönen Dank für deine ausführlich und verständlich geschriebenen Ausführungen.
Meine Fragen wären da noch,wird die Starterbatterie,nach Umstellung der Lichtmaschinenladung
auf Lithium,dann noch korrekt geladen ?
Und wenn die AGM Aufbaubatterie gegen Lithium getauscht wird , werden dann per Landstrom die Starter und die Lithium Aufbaubatterie beide korrekt bzw.ausreichend geladen ?
Vielen Dank für eine Aufklärung 🙂
Beste Grüße
Roland
Hallo Roland, vielen Dank für deinen Kommentar. Anbei füge ich Joachims Antwort auf deine Fragen ein:
„Hallo Roland,
Ich verstehe Deine Fragen so:
Werden AGM-Starterbatterie und Lithium-Aufbaubatterie (nach Einstellung der Ladelogik auf „Lithium“ im Steuergerät von VW) mit der richtigen Spannung und Ladekennlinie geladen?
– bei Ladung mit der Lichtmaschine
– bei 220V Landstromanschluss
Deine Fragen kann ich leider nicht verlässlich beantworten, da mir Details zur Ladelogik des Grand California nicht bekannt sind, weder bei Einstellung des Lademodus auf AGM(Vlies) Batterie, noch bei Einstellung „Lithium“. Man kann bei der Umstellung des Lademodus mittels VCDS auch nur für eine Batterie die Ladelogik auf Lithium und die Batteriekapazität einstellen, offenbar geht es nur um die Aufbaubatterie. Ich vermute, dass VW eine Lithiumbatterie als Starterbatterie bisher nicht vorgesehen hat, sondern als Starterbatterie immer von einer Bleibatterie ausgeht.
FAZIT vorweg:
nach meinen Beobachtungen werden bei Ladung durch die Lichtmaschine die Lithium(Aufbau)- und AGM(Starter)-Batterie mit unterschiedlichen Spannungen versorgt. Bei Motor-Leerlauf und bei 220V Anschluß sind alle Ladespannungen erstaunlich niedrig.
IM DETAIL:
Meine Beobachtungen nach Umschaltung per VCDS auf Lithium-Kennlinie sind folgende:
(1) Lichtmaschinen-Ladung
(1.1) die 180 Ah Lithiumbatterie wird während der Fahrt mit bis zu ca. 80 A / h Ladestrom geladen (nicht nur 15 A, wie in manchen Anleitungen in Foren beschrieben). Die Ladung erfolgt erst wenn bei laufendem Motor der Schalter mit dem gelbem Batteriesymbol am Amarturenbrett gedückt wird.
(1.2) die Starterbatterie wird während der Fahrt offenbar ausreichend geladen, jedenfalls habe ich bisher keine entladene Starterbatterie erlebt und die Batteriespannung der Starterbatterie liegt nach längerer Fahrt (Motor aus) im oberen Normbereich. Eine genauere Messeinrichtung (z.B. BMV-Shunt von Victron des Lade- oder Entladdevorgangs der Starterbatterie) habe ich nicht installiert.
Die Spannung an der Starterbatterie steigt schon an, wenn der Motor angelassen wird, auch ohne Drücken des Batterieschalters (gelbes beleuchtetes Batteriesymbol)
(1.3) das Drücken des Batterieschalters (gelbes Symbol) führt zu höherer Umdrehungszahl des Motors im Leerlauf.
Erst dann wird die Aufbaubatterie geladen.
Ausschalten des Batterieschalters bei laufendem Motor führt nicht zur Unterbrechung der Ladung der Aufbaubatterie.
Im Hinblick auf „Ladung durch Lichtmaschine“ habe ich folgende Spannungen an Starter- und Aufbaubatterie gemessen
(Abgreifen direkt an den Batteriepolen, Außentemperatur ca. 9 Grad, Ladezustand der Lithium 62%, Ladezustand der Starterbatterie: sicher teilentladen, genaue Werte unbekannt):
Aufbau=Lithium Fahrzeug=AGM
(a) vor Motorstart nach
ca. 4 Wochen Stillstand: 12,51 V 12,51 V
(b) Motor im Leerlauf
(Batterieschalter
noch nicht gedrückt) 12,51 V 13,48 V
(c) Motor im Leerlauf
(Batterieschalter
gedrückt, gelbes
Symbol leuchtet) 13,50 V 13,73 V
Meine Kommentare zu den Messungen:
zu (1a) ich finde es erstaunlich, dass bei Motorstillstand die Spannung beider Batterien identisch ist, denn die Batterien sind meines Wissens durch einen Trennschalter getrennt, damit die Stromentnahme aus der Aufbaubatterie die Starterbatterie nicht entleert. Die Messung vor Anschluss an 220V-Landstrom (siehe unten: 2a = Motor aus und keine 220V) zeigt unterschiedliche Spannungen. Spannungsgleichheit wie bei Messung (1a) war wohl Zufall.
zu (1b) Bei Leerlauf ohne Drücken des Batterieschalters (gelbes Symbol) bleibt der Ladestrom zur Aufbaubatterie unterbrochen, während die Starterbatterie, die auch teilentladen ist, bereits mit einer höheren Spannung versorgt wird.
zu (1c) bei vollem Leerlauf-Ladeprogramm (Motor im Leerlauf, Batterieschalter gedrückt, gelbes Batterie-Symbol leuchtet, höhere Motordrehzahl im Leerlauf) werden Starterbatterie und Aufbaubatterie mit unterschiedlicher Spannungen versorgt. Da ich nicht davon ausgehe, dass das werksseitige Kabel von der Lichtmaschine zur Lithium-Batterie unterdimensioniert ist und dort ein Spannungsabfall erfolgt, schließe ich daraus, dass die beiden Batterien mit unterschiedlichen Ladespannungen versorgt werden.
zu (1c) zumindest im Motor-Leerlauf sind die Ladespannugen für beide Batterien erstaunlich niedrig, niedriger als üblich für AGM und Lithium vorgesehen.
Während der Fahrt habe ich Spannungen direkt an den Batteriepolen bisher nicht gemessen
(2) Ladungsspannungen der Batterien am 220V Festnetz:
Aufbau=Lithium Fahrzeug = AGM
(a) Landkabel 220V
noch nicht angeschlossen: 12,79 V 12,32 V
(b) 220V Landstrom
angeschlossen 12,86 V 12,89 V
zu (2b) auch bei Landstrom 220V sind die Ladespannugen für beide Batterien erstaunlich niedrig,
niedriger als üblich für AGM und Lithium-Batterien vorgesehen.
Ladestrom für die Lithium-Batterie ist bei 220V Landstrom laut Supervolt-App 8,9 A bei Ladezustand 62%,
Ladezustand und Ladestrom zur Starterbatterie unbekannt.
Das VW eigene 220V-Batterie-Ladegerät liefert laut GrandCalifornia-Handbuch max. 15A Ladestrom für Aufbau und Starterbatterie kombiniert. Auch hier ist unbekannt welche Ladespannung(en) oder Kennlinie(n) für die beiden Batterien verwandt werden und ob für die zwei Batterietypen überhaupt unterschiedliche Spannungen oder Kennlinien angewandt werden. Wenn man einen Booster für den Ladevorgang von Lichtmaschine zu Lithium-Aufbaubatterie installiert, bleibt es immer noch offen, wie VW die Lithiumbatterie bei 220V-Versorgung lädt.
Die Umstellung der Ladelogik auf „Lithium“ habe ich gewählt, um zu verhindern, dass die Lichtmaschine zu hohe Spannungen für die Lithiumbatterie bereitstellt. Dies scheint zu funktionieren. Ob die angebotene Ladekennlinie für die Lithiumbatterie ideal ist oder für die AGM-Starterbatterie geeignet ist, bleibt unklar.
Viele Grüße von Joachim“
Hallo,
wenn beim Grand California im Gateway – also in Steuergerät 19 der genannte Anpasskanal umgestellt wird, handelt es sich um die Starterbatterie.
Für die Zusatzbatterie gibt es ein eigenes Diagnosefähiges Steuergerät mit der Nummer 3D Sonderfunktionen. Dieses Steuergerät überwacht u.a. die Zusatzbatterie. Dort gibt es auch die genannten Anpasskanäle, die die Batterie beschreiben.
Viele Grüße Michael
Vielen Dank für die Hinweise in Bezug auf die Alternative mit car Scanner / car Scanner pro
Hier noch ein praktische Ergänzung:
Car Scanner Pro lässt sich durch Upgrade der Car Scanner App und Zahlung von 8,99 € (Apple, unbefristete Gültigkeit) in der App selbst durchführen.
Ansonsten hat alles perfekt wie beschrieben geklappt!
Kann ich also nur weiter empfehlen: ein echter Qualitätsgewinn für 55 € ist einfach genial.
Vielen Dank für die Ergänzung!
Was ich nicht verstehe ist: Die Lithium Batterie wird laut Anzeige mit 80A geladen ( und könnte, wenn fast leer , noch mehr Strom ziehen). Dieser Strom geht durch das Trennrelais welches für max. 30A vorgesehen ist. Eigentlich müsste das Trennrelais zu heiß werden bzw. die Sicherungen fallen? Was ist mit der Auslegung der werkseitig verbauten Kabel? Die sind ja eigentlich auch für nur max. 30A vorgesehen, oder hat VW hier prophylaktisch schon stärkere Kabelquerschnitte und Sicherungen verwendet?
Hallo,
da wir selbst keine Einbauwerkstatt betreiben, können wir die Situation vor Ort nur eingeschränkt beurteilen. Grundsätzlich sehen wir das aber ähnlich wie Sie – bei einem Stromfluss von 80 A müsste das verbaute Trennrelais bzw. die Sicherung eigentlich auslösen.
Um eine Überlastung zu vermeiden, empfehlen wir den Einbau eines Ladeboosters, der gleichzeitig als Strombegrenzer fungiert. Idealerweise sollte dieser auf 30 A ausgelegt sein.
Falls Sie sich für unseren Booster entscheiden, beachten Sie bitte, dass dafür ein D+ Signalanschluss erforderlich ist. Da sich die Batterie im Motorraum des Grand California befindet, kann das in der Praxis etwas aufwändiger sein.
Bei weiteren Fragen bitte direkt unseren technischen Support kontaktieren unter [email protected].
Liebe Grüße
Hallo zusammen,
ich wollte euch mal meinen Erfahrungsbericht mit der Supervolt Ultra 150 Ah teilen.
Ich fahre einen MAN TGE, Baujahr 2023, KNAUS BOXDRIVE 600 XL. Im Frühjahr dieses Jahres habe ich mich dazu entschieden, dass die 95-Ah-AGM-Batterie für den Wohnbereich nicht mehr ausreicht.
Nach langem Suchen nach einer LiFePO₄-Batterie, die den Anforderungen des MAN TGE (VW Crafter / Grand California) gerecht wird, bin ich auf die Supervolt Ultra gestoßen. Sie ist zwar nicht die günstigste Batterie, aber für mich war sie die einzige, die den möglichen Ladestrom von bis zu 150 A der AGM-Batterie verträgt.
Zuerst habe ich die Batterie 1:1 ausgetauscht, ohne etwas zu codieren.
In der App konnte ich beobachten, dass die Batterie mit bis zu 140 A geladen wurde. Bei der Rekuperation wurde teilweise ebenfalls bis zu 130 A die Batterie entladen.
Das kann die Ultra zwar ab, aber ich habe mich gefragt, ob das auf Dauer wirklich gut für die Batterie ist.
Daraufhin habe ich anhand einer Anleitung die Ladelogik des Fahrzeugs umgestellt. Und siehe da: Die Batterie wird jetzt mit maximal 80 A geladen und während der Fahrt wird sie durch die Rekuperation ebenfalls nicht mehr mit den hohen Strömen entladen.
Im Juli waren wir dann zwei Wochen mit dem Fahrzeug unterwegs.
Unser Fazit: Der Umbau hat sich definitiv gelohnt! Wir können jetzt problemlos 3 bis 4 Tage autark stehen, ohne dass die Batterie an ihre Grenzen kommt.
Auch die Befürchtung, dass es im Motorraum zu heiß für die Batterie werden könnte, hat sich nicht bestätigt. Laut App ist die Batterietemperatur selbst bei Außentemperaturen von etwa 39 °C nicht über 55 °C gestiegen.
Für uns hat sich der Umbau damit auf jeden Fall gelohnt. 👍
Danke für dein Erfahrungsbericht! Es freut uns sehr, dass du zufrieden mit der Supervolt Ultra LiFePO4-Batterie bist!