Der Winter steht vor der Tür und wenn du planst dein Wohnmobil in dieser Zeit nicht zu nutzen, dann solltest du es unbedingt „winterfest“ machen, um Schäden zu vermeiden.
In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, wie du dein Wohnmobil richtig auf den Winter vorbereitest. Vom Schutz vor Frostschäden bis zur Pflege von Innen- und Außenbereichen – hier bekommst du alle wichtigen Informationen.
Inhaltsverzeichnis
Warum ist es wichtig, das Wohnmobil winterfest zu machen?
Kälte, Schnee und Frost können schwere Schäden an der Fahrzeugtechnik und der Innenausstattung verursachen. Wasserleitungen, Tanks und empfindliche elektrische Bauteile sind besonders anfällig. Ein gut vorbereitetes Wohnmobil spart nicht nur teure Reparaturen, sondern ermöglicht einen schnellen Start in die nächste Saison ohne böse Überraschungen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So machst du dein Wohnmobil winterfest
Entleeren und reinigen der Wassersysteme
Wasser und Frost sind keine guten Freunde. Wenn Wasserleitungen und -tanks im Winter gefrieren, können sie platzen. Um das zu verhindern, solltest du:
- Frischwasser- und Grauwassertank vollständig entleeren und bei der Gelegenheit auch am besten gleich reinigen.
- Wasserleitungen und Pumpe leeren, indem du alle Hähne öffnest und die Pumpe laufen lässt, bis kein Wasser mehr kommt. Die Wasserhähne anschließend offen lassen.
- Auch die Toilettenspülung sollte restlos entleert werden.
Batteriepflege im Winter
Wenn dein Wohnmobil längere Zeit nicht genutzt wird, kann eine unsachgemäße Lagerung der Fahrzeugbatterie zu einem Leistungsverlust oder sogar zu dauerhaften Schäden führen. Deshalb ist es besonders wichtig, deine Batterie richtig zu pflegen und zu lagern, damit sie auch nach der Winterpause noch voll funktionstüchtig ist.
Hier erfährst, wie du die Batterie in deinem Wohnmobil winterfest machst und sie optimal schützt.
- Bevor du dein Wohnmobil über den Winter stilllegst, solltest du die Batterie komplett aufladen. Eine vollständig geladene Batterie ist weniger anfällig für Tiefentladungen, die ihre Lebensdauer erheblich verkürzen können.
- Nutze hierzu ein Ladegerät, das für den Batterietyp geeignet ist (Blei-Säure, Gel, AGM, Lithium usw.). Ein LiFePO4-Ladegerät findest du bei uns im Online-Shop.
- Das Ausbauen bzw. Abklemmen ist nicht zwingend erforderlich, jedoch solltest du den Ladestand bzw. die Spannung der Batterie regelmäßig überprüfen und die Batterie bei Bedarf aufladen.
- Wenn du möchtest, kannst du natürlich trotzdem die Batterie vom Bordnetz trennen. So vermeidet du, dass Geräte im Standby-Modus oder kleine Verbraucher die Batterie langsam entladen. Wichtig: Achte darauf, zuerst den Minuspol abzuklemmen, um Kurzschlüsse zu verhindern.
Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du dich über die Handlungsempfehlungen deines Batterieherstellers informieren.
Nachfolgend findest du einige Informationen, die unsere Supervolt Lithium-Batterien betreffen:
Sofern die Temperatur bei einer Lagerung von unter einem Monat über -20°C und bei einer Lagerung von unter 6 Monaten bei über -5°C bleibt, ist das nicht notwendig.
Da Geräte im Standby-Modus oder kleine Verbraucher die Batterie langsam entladen können, empfehlen wir bei längerer Stilllegung des Fahrzeugs die Supervolt Batterie mithilfe unseres An- & Ausschalters auszuschalten. Somit kann effektiv verhindert werden, dass die Batterie über einen längeren Zeitraum entladen wird.
Wir empfehlen die LiFePO4-Batterien nur mit einem Ladezustand von 50 % (SOC) oder mehr in die Winterpause zu schicken und alle 6 Monate zu überprüfen und wieder aufzuladen.
Der An/Ausschalter wird an den rechten Port (RJ45-1) angesteckt.
Der Schalter verhindert, dass die Batterie geladen oder entladen werden kann. Das Bluetooth bleibt
zunächst weiterhin aktiv, schaltet sich nach einiger Zeit aber in den Standby-Modus.
Bei Parallelschaltungen sollte der Schalter an jeder einzelnen Batterie angebracht werden.
Auch wenn unsere Batterien vor Tiefentladung während der Verwendung durch das BMS (Batterie–Management–System) geschützt werden, besteht die Gefahr, dass sich die Batterie bei längerem Stillstand selbst entlädt.
Die Entladerate beträgt zwar lediglich 3% im Monat, sollte die Batterie aber in einem niedrigen Ladezustand 6 Monate stillgelegt werden, kann es passieren, dass die Batterie sich selbst bis zu einem kritischen Punkt tiefentlädt.
Daher sollte die Batterie bei über 50% gelagert werden und möglichst alle 6 Monate überprüft und wieder aufgeladen werden.
Durch das BMS und das Bluetooth Modul, entlädt sich die Batterie mit 3% der ursprünglichen Kapazität pro Monat.
Auch Geräte im Standby-Modus oder kleine Verbraucher können die Batterie langsam entladen. Daher sollte bei längerer Stilllegung des Fahrzeugs die Supervolt Batterie mithilfe unseres An- & Ausschalters ausgeschaltet werden.
Zusätzlich empfehlen wir die Spannung der Batterie regelmäßig zu kontrollieren. Dies kannst du mithilfe unserer App machen.
Bei einer Spannung von unter 13 Volt, sollte die Batterie geladen werden.
Sofern die Temperatur bei einer Lagerung von unter einem Monat über -20°C und bei einer Lagerung von unter 6 Monaten bei über -5°C bleibt, ist es nicht notwendig unsere Supervolt Batterien abzuklemmen.
Wer möchte kann unsere Lithium-Batterien aber auch abklemmen und in geschlossenen Räumen lagern.
Wir empfehlen die LiFePO4-Batterien bei einem Ladezustand von 50 % (SOC) oder mehr zu lagern und alle 6 Monate zu überprüfen und wieder aufzuladen.
- Lagertemperatur < 1 Monat: -20 bis +50°C
- Lagertemperatur > 1 Monat: -5 bis +40°C
Unsere LiFePO4 Lithium Batterie kann bei unter 0° weiter normal verwendet werden. Nur kann diese nicht geladen werden, da sich die Lithiumionen an den Kathoden kristallisieren und somit Kapazität verloren geht. Doch keine Sorge, unser BMS schaltet dank Temperatursensor zuverlässig bei unter 0° den Ladevorgang automatisch ab.
Sobald wieder eine Temperatur über 0° erreicht wird, ist eine Ladung wieder möglich. Hierzu einfach den Temperaturstatus in der Supervolt App überprüfen.
Nein, das geht nicht, da die Batterie sonst an Lebensdauer verlieren würde. Unser BMS verhindert die Ladung bei unter 0°.
Unsere Batterien aus der Polar-Serie erlauben eine Ladung bis -30°.
Das liegt meistens daran, dass sich das BMS im Unterspannungsschutz befindet. Dieser löst aus, wenn die Batterie leer ist.
Damit das BMS die Batterie wieder freigibt, müssen Ströme an den Batteriepolen anliegen.
Das geht am besten über die Lichtmaschine, indem man den Motor kurz startet.
Bei vielen Smartladegeräten über den Landstrom geht das oftmals nicht, da diese erst Laden, wenn diese die Spannung von der Batterie erkennen.
Da die Batterie aber im Schutzmodus ist, gibt diese keine Spannung ab.
Lösung daher:
- Normales 12V Ladegerät anschließen, bis BMS wieder freigibt
- Motor starten und über Lichtmaschine das BMS freigeben
Nach einer längeren Winterpause muss das BMS erneut kalibriert werden. Im Wohnmobil gibt es
oftmals kleine Verbraucher, die nicht durch den Shunt erfasst werden, aber mit der Zeit die
Batterie dennoch entladen. Es kann also sein, dass sich die Batterie im Unterspannungsschutz
befindet, aber 80% anzeigt. In diesem Fall bitte die Batterie vollständig aufladen.
Vollständig bedeutet hierbei nicht nur bis die App 100% anzeigt, sondern bis die Einzelspannung der Zellen 3,6V erreicht hat. Das dauert je nach Ladegerät einige Stunden. Erst nach einer Vollladung ist das BMS kalibriert und zeigt die korrekten Werte an.
Innenbereich vorbereiten
Im Innenbereich gibt es einige Maßnahmen, die du vor dem Winter ergreifen solltest:
- Alle Polster und Textilien herausnehmen, um Schimmelbildung vorzubeugen.
- Den Kühlschrank leeren und reinigen, die Tür einen Spalt offen lassen, damit Luft zirkulieren kann.
- Auch bei den Schränken und Staufächern sollte darauf geachtet werden, dass sie trocken bleiben – also Türen offenlassen.
- Kälteempfindliche Elektrogeräte, wie Küchengeräte oder mobile Radios solltest du ebenfalls herausnehmen.
Auch wenn dein Wohnmobil über den Winter in einer Garage oder an einem sicheren Ort steht, sollte es dennoch regelmäßig gelüftet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Es empfiehlt sich einen Raumentfeuchter mit Trockengranulat aufzustellen. Dieser sollte regelmäßig entleert werden.
Fahrzeug von außen vorbereiten
Auch die Karosserie und das Dach deines Wohnmobils sollten vor den winterlichen Witterungen geschützt werden. Hier sind ein paar Tipps:
- Eine gründliche Reinigung vor dem Winter schützt vor Schmutzablagerungen und Korrosion.
- Dichtungen von Fenstern und Türen mit speziellen Pflegemitteln behandeln, damit sie im Winter geschmeidig bleiben und keine Feuchtigkeit durchlassen.
- Falls dein Wohnmobil im Freien steht, kannst du eine Wohnmobil-Abdeckung verwenden, die es vor Schnee, Regen und UV-Strahlen schützt. Achte darauf, dass die Abdeckung atmungsaktiv ist, um Feuchtigkeitsbildung zu verhindern.
Gasflaschen im Winter: Was du beachten musst
Wenn dein Wohnmobil für die kalten Monate stillgelegt wird und du eine Gasflasche an Bord hast, solltest du auch hier einige Dinge beachten:
- Bevor du dein Wohnmobil für den Winter einmottest, musst du unbedingt die Gasflaschenventile fest schließen. Dadurch wird verhindert, dass Gas unkontrolliert austreten kann.
- Trenne die Gasflaschen vom System und entferne sie, wenn möglich, komplett aus dem Wohnmobil.
- Lagere die Gasflaschen an einem gut belüfteten, frostfreien Ort. Ideal ist eine Garage oder ein Schuppen, der trocken ist und ausreichend Luftzufuhr bietet. Gasflaschen dürfen nie in geschlossenen Räumen ohne Belüftung aufbewahrt werden, da sie auch bei kleinen Undichtigkeiten gefährlich werden könnten.
- Vermeide extreme Temperaturschwankungen und direkte Sonneneinstrahlung, da dies den Druck in der Gasflasche beeinflussen kann.
- Denk daran, dass auch die Gasleitungen und der Gasfilter empfindlich auf Kälte reagieren können. Um eine Verstopfung der Leitungen durch gefrierende Kondensate zu verhindern, solltest du darauf achten, dass sie ebenfalls gut gereinigt und entlüftet sind, bevor das Wohnmobil in den Winterschlaf geht.
Fazit: Wohnmobil winterfest machen
Ein Wohnmobil winterfest zu machen ist eine wichtige Aufgabe, um dein Fahrzeug über die kalten Monate zu schützen und unangenehme Überraschungen in der nächsten Saison zu vermeiden. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du teure Reparaturen verhindern und sicherstellen, dass dein Wohnmobil im Frühjahr wieder startklar ist.
Wenn du diese Schritte sorgfältig befolgst, steht einem sorgenfreien Start in die neue Campingsaison nichts im Wege!





2 Kommentare zu „Wohnmobil winterfest machen“
Das ist mehr als Super(Volt), diese Tipps an eure Kunden weiterzugeben, doch sollte man unbedingt noch einige Ergänzungen einfügen um gänzlich winterfest zu sein!
Beispiel:
Das Restwasser aus den meist vorhandenen „ SACKUNGEN in den Wasserleitungen auszublasen.
Wassertank und Leitungen entkalken (zB. Mit Essigsäure).
Tank und Leitungen desinfizieren (zB.mit Dan Klorix).
Natürlich vor dem entleeren des Tanks und immer dosieren nach Anweisung der Hersteller.Danach das klarspülen nicht vergessen. Die Reinigungsflüssigkeiten immer in den Grauwassertank. Somit ist dieser auch gleich gereinigt und desinfiziert.Die Flüssigkeit immer auffangen und richtig entsorgen.
Den Kraftsofftank komplett befüllen (am besten mit Winterdiesel). So vermeidet man Kondenswasser.Kann man noch keinen Winterdiesel tanken sollte man ein Zusatzmittel verwenden, um ein ausflocken
und Bakterienbildung zu vermeiden(zB.Liqui-Moli Anti-Bakterien Diesel-Additiv).
Ich hoffe damit ein wenig hilfreich zu sein.
Beste Grüße an das Supervolt-Team
Hallo,
vielen, herzlichen Dank für die weiterführenden Hinweise!
Der Kommentar wird öffentlich sein, sodass es sicher vielen Lesern weiterhelfen wird.
Schöne Grüße,
Ihr Supervolt Team